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„Wie Lämmer zur Schlachtbank“? Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Bielsky Family and Friends
„Sie haben sich wie Lämmer zur Schlachtbank treiben lassen!“: So oder ähnlich konnte man es an deutschen Stammtischen viele Jahrzehnte lang hören. Eine perfide These, die insbesondere den jüdischen Opfern der NS-Vernichtungsmaschinerie Passivität angesichts des Todes, wenn nicht sogar eine Mitschuld an ihrem Schicksal unterstellt. Ganz im Gegenteil haben sich jüdische Menschen, wenn es irgendwie möglich war, gegen den NS-Terror gewehrt.

Am 8. September beschäftigt sich das Antifa-Café Dortmund mit jüdischem Widerstand im Nationalsozialismus. Der Vortrag bietet einen Überblick über den jüdischen Widerstand: von mutigen Einzelkämpfer_innen, organisierten Widerstandsgruppen, kompletten Militäreinheiten und Partisan_innenverbänden bis hin zu Aufständen in Konzentrations- und Vernichtungslagern wird die Bandbreite des jüdischen Antifaschismus vorgestellt. Zudem wird die Frage erörtert, was eigentlich Widerstand während des NS-Regimes bedeutete und welche realen Spielräume für Nazi-Gegner_innen vorhanden waren.

„Wie Lämmer zur Schlachtbank“?
Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

am 8. September, 20 Uhr
im Nordpol, Münsterstraße 99
44145 Dortmund

„Blick in den Abgrund“ – Berichte aus dem NSU-Prozess

Gerichtssaal am OLG München Seit fast drei Jahren läuft der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Und seit vielen Monaten tritt er auf der Stelle, sagt Friedrich Burschel, Experte für Neonazismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er beobachtet den Prozess für Radio Lotte Weimar und die Initiative NSUwatch und wird am 29. April in Dortmund davon berichten. Sein „Blick in den Abgrund“ um 17 Uhr, im AStA-Seminarraum am Campus der TU Dortmund ist gleichzeitig Abschluss unserer Veranstaltungsreihe zum „Nationalsozialistischen Untergrund“.

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Around NSU – 10 Jahre nach dem Mord an Mehmet Kubaşık

Gedenkplatte im Gedenken an Mehmet Kubasik

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubaşık in der Mallinckrodtstraße in der Dortmunder Nordstadt ermordet. Erst fünf Jahre später wurde öffentlich, dass Neonazis für den Mord an ihm, acht weiteren Geschäftsleuten und an einer Polizistin, zwei Mord- und mindestens zwei Bombenanschläge und 15 Bank- und Raubüberfälle verantwortlich waren, dass ihre Motive rassistisch waren – und dass Sicherheitsbehörden jahrelang in die falsche Richtung ermittelt haben, in Dortmund und an allen anderen Tatorten. In einer Veranstaltungsreihe anlässlich der Ermordung Mehmet Kubaşıks wollen wir den NSU-Komplex aus verschiedenen Perspektiven beleuchten.

In drei Veranstaltungen blickt die Reihe sowohl auf den aktuellen Stand im Münchener Prozess gegen die mutmaßlichen NSU-Täter*innen und Helfer*innen Beate Zschäpe, Ralf Wohlleben, Carsten Schulze, André Eminger und Holger Gerlach als auch auf die Arbeit des NSU-Untersuchungsausschusses im NRW-Landtag, der sich seit Januar 2016 mit dem Mord in Dortmund beschäftigt. Ein Schwerpunkt soll dabei auf strukturellem und institutionellem Rassismus liegen, der nicht nur die gegen die Opfer und Angehörigen gerichtete Polizeiarbeit prägte, sondern auch dafür sorgte, dass ein rassistisches Motiv gar nicht erst erkannt wurde. Auch die Frage, unter welchen gesellschaftlichen Vorzeichen sich der NSU bilden und entwickeln konnte – und wieviel 90er in der Gegenwart stecken, in der Hass und Gewalt gegen geflüchtete Menschen und Migrant*innen in allen Bereichen der Gesellschaft offen zu Tage treten, während politische Entscheider*innen diesen bürgerlichen Rassismus in Gesetze gießen. Folgende Veranstaltungen sind geplant:

Von Brandstiftern und Biedermännern.
Film und Diskussion.

12. April 2016, 18 Uhr, AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, Campus Nord, TU Dortmund

NSU: Blick in den Abgrund
Vortrag und Diskussion mit Friedrich Burschel

Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung
29. April 2016, 17 Uhr, AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, Campus Nord, TU Dortmund
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„Flucht und Ankunft“ – Vortrag von Refugees Welcome Information

Weites Feld mit Baum und Sonne hinter Nato-Draht Aktuell prägen die Flucht und Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland die Medien und private Gespräche. Die Meinungen hierzu, teilweise geprägt durch Fehlinformationen, Vorurteile und Ressentiments, gehen dabei weit auseinander und spiegeln die Spannungen innerhalb der Gesellschaft wieder. Vielfach sind die Gründe, die Menschen bewegen die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen nicht bekannt, ebenso wenig ihre Fluchtwege. Refugees Welcome Information greift in einem Vortrag am 11. Februar diese Themen auf und macht sie mit Berichten, Interviews und Karten verständlicher. (mehr…)

Landtag NRW spricht über NSU-Mord in Dortmund

Fensterfront des Landtagsgebäudes in Düsseldorf Am 13. Januar beginnt der NSU-Untersuchungsausschuss des Landtags NRW in Düsseldorf mit der Beweisaufnahme zum Tatkomplex Dortmund. Der Todestag von Mehmet Kubaşık in diesem Jahr zum 10. Mal. Das Forum gegen Rassismus ruft alle Interessierten auf, die öffentlichen Sitzungen im Landtag zu besuchen.

13.01. 10 Uhr: Befragung von Elif und Gamze Kubaşık
14.01. 10 Uhr: Aussagen von Staatsanwaltschaft, Augenzeugin, Mordkommission
15.01. 10 Uhr: Aussagen W. Geier (BAO Bosporus),
B. Gricksch (PP Dortmund) 21. 01. 13:30 Uhr: Sachverständiger Jan
Raabe, Aussage Staatsschutz (PP Dortmund)

Mehr Infos zu den geladenen Personen zum Thema Dortmund findet ihr auf der Seite von NSU Watch NRW. Dort gibt es auch weitere Infos zur Arbeit des Ausschusses, Protokolle von Sitzungen und Hintergrundinfos.

Ihr müsst am Eingang des Landtags euren Ausweis abgeben und erhaltet dann einen Tagesausweis. Es empfiehlt sich, bereits eine halbe Stunde vor Beginn in den Landtag zu gehen, damit genug Zeit zum Passieren der Sicherheitsschleuse ist.

Nazis in Dortmund: Dreineinhalb Jahre Weiterführung des „Nationalen Widerstands“

Nazidemo mit Transparenten Vor dreieinhalb Jahren, am 23. August 2012, verbot der
NRW-Innenminister drei Nazi-Kameradschaften: die Kameradschaft
Aachener Land, die Kameradschaft Hamm und den Nationalen Widerstand
Dortmund. Bei weit über 100 Hausdurchsuchungen im ganzen Bundesland
beschlagnahmte die Polizei Vereinsvermögen, Propagandamaterial und
Waffen.

Und seitdem? Antifaschistische Gruppen kritisieren, dass die
Dortmunder Naziszene auch nach dem Verbot weitgehend ungestört agieren
konnte. Der Wiederaufbau ihrer Strukturen ist abgeschlossen, die Kader
der verbotenen Kameradschaft NWDO haben sich in der Partei „Die
Rechte“ organisiert und sind aktiver denn je. Einige von ihnen
studieren an Hochschulen im Ruhrgebiet, auch in Dortmund.

Wir wollen dreieinhalb Jahre Entwicklung des Nationalen Widerstands
Dortmund nach dem Verbot nachzeichnen und einen Überblick über die
aktuellen Aktionsfelder der Dortmunder Neonazis geben.

Dreieinhalb Jahre Weiterführung des Nationalen Widerstands Dortmund
Vortrag+Diskussion
am Dienstag, 19. Januar 2016, 16 Uhr
im AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50

Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, sind bei allen Veranstaltungen und von der Ausstellung ausgeschlossen. Die Veranstaltenden werden von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Zutritt zur Ausstellung und den Veranstaltungen verwehren oder von diesen ausschließen.

Demo am 26. September: Solidarität mit ALLEN Geflüchteten!

Flyer Demo bunter Schattenriss einer Menschenmenge, Schriftzug Solidarität mit allen Geflüchteten Gemeinsam mit Refugees Welcome Dortmund und anderen Gruppen und Initiativen rufen wir am Samstag zur Demonstration „Solidarität mit ALLEN Geflüchteten“ auf! Es ist an der Zeit sich gemeinsam rassistischer Hetze und den alltäglich gewordenen rassistischen Äußerungen im Netz, in der Politik, den Medien, im Freundeskreis und der Familie, am Arbeitsplatz und an der Schule entgegenzustellen!

am Samstag, 26. September, 15 Uhr, Dortmund Hauptbahnhof, Nordausgang

Gegen Stimmungsmache gegen Geflüchtete!
Gegen das Zusammenpferchen von Menschen in Massenunterkünften!
Gegen rassistische Übergriffe, Hetze und Pogrome: in Dortmund, Witten, Freital, Heidenau und überall!

Mehr Infos zur Demo und den Aufruf findet ihr auf den Seiten von Refugees Welcome Dortmund.

Heute 19 Uhr im Nordpol: Von Hoyerswerda bis Heidenau – Comeback der 90er?

Antifa supports Refugees Welcome, Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen, wo 1992 ein Pogrom stattfand Vor 23 Jahren wüteten Nazis, Rassist*innen und ganz „normale“ Bürger*innen vor dem Sonnenblumenhaus in Rostock-Lichtenhagen. Vor wenigen Wochen wurde in Heidenau vielleicht nur knapp ein Pogrom verhindert. Die aktuellen Bilder und Berichte aus Sachsen riefen bei vielen Erinnerungen an damals wach – die Autonome Antifa 170 wirft in einem Vortrag einen Blick zurück und versucht, Parallelen zu heute zu ziehen: Mittwoch, 19 Uhr, Nordpol. Mehr Info zum Vortrag findet ihr auf den Seiten der Autonomen Antifa 170.

Antifa-Café am 10. September: Graue Wölfe in Deutschland

Graue Wölfe Logo: Halbmonde, Wolfsgruß Drei Halbmonde und der Wolfsgruß sind ihre Symbole – die Grauen Wölfe (Bozkurtlar, Ülkücüs) sind türkische Faschist*innen und Anhänger*innen der nationalistischen Partei MHP in der Türkei. Ihre Vernetzung und Verbreitung ihrer Ideologie geht aber längst über die Grenzen des türkischen Staates hinaus. Der Politik-, Erziehungs- und Sozialwissenschaftler Kemal Bozay gibt am 10. September um 20 Uhr im Nordpol eine Einführung ins Thema.

Mit Hilfe ihrer Föderationen, Verbände und Vereine, meist getarnt als einfache Kultureinrichtungen oder Jugendclubs, verbreiten Graue Wölfe ihre Auffassung des sog. (europäischen) Türkentums. Wie genau diese Vernetzung und ihr Agieren in Deutschland aussieht, welche verschiedenen Störmungen es gibt und in welcher Form sie von der türkischen Regierung dabei unterstützt werden, erzählt Kemal Bozay in seinem Vortrag.

„Erben der Erinnerung“ – Ein Familienausflug nach Auschwitz

Logos von Nordpol und FgR Es war ein merkwürdiger Wunsch, den Philip Meinholds siebzigjährige Mutter da äußerte: Auf die Frage, was sie in ihrem Leben noch machen wolle, antwortete sie, sie würde mit ihren drei Kindern und den großen Enkeln gerne nach Auschwitz fahren. Meinholds Mutter galt nach den NS­ Rassegesetzen als „Jüdischer Mischling zweiten Grades“, ihre Verwandten wurden deportiert. Was dem Wunsch folgte, war die Auseinandersetzung dreier Generationen einer deutschen Familie mit dem Holocaust und ihrer Familienvergangenheit. In „Erben der Erinnerung“ erzählt Philip Meinhold von dieser Auseinandersetzung – am 23. Juni liest er im Nordpol.
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