Forum gegen Rassismus http://fgr.blogsport.de am Campus der TU Dortmund Mon, 18 Jun 2018 16:38:17 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Kein Schlussstrich! Demonstration zum Tag X im NSU-Prozess http://fgr.blogsport.de/2018/06/16/kein-schlussstrich-demonstration-zum-tag-x-im-nsu-prozess/ http://fgr.blogsport.de/2018/06/16/kein-schlussstrich-demonstration-zum-tag-x-im-nsu-prozess/#comments Sat, 16 Jun 2018 16:36:01 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein Aktuelles http://fgr.blogsport.de/2018/06/16/kein-schlussstrich-demonstration-zum-tag-x-im-nsu-prozess/ Kein Schlussstrich Grafik TAG X | 19 Uhr | Dortmund Reinoldikirche
Demonstration am Tag der Urteilsverkündung | Gemeinsam auf die Straße!

Nach mehr als fünf Jahren und mehr als 400 Prozesstagen geht vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. zu Ende. Für das Gericht wird es wohl der Abschluss des NSU-Komplexes sein.

Doch für uns bedeutet das Ende des Prozesses nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte. Auch bleiben wichtige Fragen zur Rolle des Verfassungsschutzes und anderer Ermittlungsbehörden welche dem Nazi-Trio den Weg bereiteten ungeklärt und unangetastet, was für eine demokratische, offene Gesellschaft eine Schelte ins Gesicht darstellt. Darum wollen wir mit Euch am Tag der Urteilsverkündung auf die Straße gehen und sagen: Kein Schlussstrich! – NSU-Komplex aufklären

Mehr Infos: www.facebook.com/keinschlussstrichdortmund

Den gesamten Aufruf dokumentieren wir hier:

Am 6. Mai 2013 begann vor dem Oberlandesgericht München der Prozess gegen Beate Zschäpe, André Eminger, Holger Gerlach, Ralf Wohlleben und Carsten Sch. Voraussichtlich im Sommer 2018 wird der Prozess nach über 400 Verhandlungstagen zu Ende gehen. Unabhängig davon, welchen Ausgang der Prozess nimmt: Für uns bleiben mehr Fragen als Antworten.

Elif Kubaşık, die Ehefrau des ermordeten Dortmunders Mehmet Kubaşık,sagte im November in ihrem Plädoyer im Prozess:
„Hier im Prozess sind meine Fragen nicht beantwortet worden: Warum Mehmet, warum ein Mord in Dortmund, gab es Helfer in Dortmund, sehe ich sie heute vielleicht immer noch, es gibt so viele Nazis in Dortmund, was wusste der Staat?“

Am Tag der Urteilsverkündung werden viele Menschen in München gemeinsam auf die Straße gehen. Auch als regionales Bündnis im Ruhrgebiet unterstützen wir den Aufruf. Mit denen, die nicht nach München fahren können, wollen wir jedoch auch in Dortmund auf die Straße gehen. Um zu zeigen, dass der NSU-Komplex noch lange nicht zu den Akten gelegt gehört.

Wir wollen wissen, wer für die Mordserie, die Anschläge und den Terror verantwortlich ist. Die Beschränkung der Bundesanwaltschaft auf das Trio Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe und ihr nächstes Umfeld ignoriert den Netzwerkcharakter des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. Der NSU war keine isolierte Zelle aus drei Personen, der NSU war auch mehr als die fünf Angeklagten vor dem Oberlandesgericht. Nicht zuletzt die Arbeit der Nebenklage hat diese Grundannahme längst widerlegt. Ohne militante Nazi-Strukturen wie Blood and Honour, lokale Kameradschaften oder etwa den Thüringer Heimatschutz um V-Mann Tino Brandt und Ralf Wohlleben wäre der NSU wohl schwer möglich gewesen. Auch in Dortmund muss es Unterstützung durch die lokale Szene gegeben haben. Die Rechtsrockband „Oidoxie“ und Sänger Marko Gottschalk gelten als Bindeglied zwischen den Neonazistrukturen in Dortmund und in Kassel. In beiden Städten tötete der NSU Menschen – innerhalb von drei Tagen. Der Neonazi Robin Schmiemann stand während seiner Haft in Kontakt zur Hauptangeklagten Beate Zschäpe. Gottschalk und Schmiemann leben wieder unbehelligt in Dortmund, beide sind weiter in rechten Strukturen aktiv. Im Rahmen des Prozesses wurde Aufklärung allerdings konsequent unterbunden, auch durch die eng geführte Anklageschrift der Bundesanwaltschaft und die Weigerung, der Nebenklage komplette Akteneinsicht zu gewähren.

Es geht uns um die Entschädigung der Betroffenen, Überlebenden und Hinterbliebenen sowie die Würdigung ihrer Perspektive in der Debatte. Es war gerade auch das Umfeld der Mordopfer, das früh darauf bestand, eine rassistische Motivation für die Taten in die Ermittlungen einzubeziehen. Etwa auf den Schweigemärschen in Kassel und Dortmund, die unter dem Motto „Kein 10. Opfer!“ die Aufklärung der Mordserie forderten. Stattdessen richteten sich die Untersuchungen vornehmlich gegen das Umfeld der Opfer und Betroffenen. Immer wieder gerieten auch Hinterbliebene der Ermordeten ins Visier der Behörden. Aus der deutschen Mehrheitsgesellschaft konnten sie keine große Anteilnahme erwarten: als Menschen mit Migrationsgeschichte durften sie nicht einfach Opfer sein – etwas potentiell Kriminelles, irgendwie Gefährliches musste doch an ihnen haften. Dies zog sich wie ein roter Faden durch die Ermittlungen, sowohl bei den „Česká-Morden“ als auch bei den Anschlägen des NSU, etwa auf die Kölner Keupstraße, und das obwohl zum damaligen Zeitpunkt keinerlei Verbindung zwischen den Taten zu bestehen schien. Doch es gab diese Verbindung: die Ermordeten, die Verletzten, die Attackierten waren durch ihre Migrationsbiografie ins Visier des rassistischen Terrors geraten. Und es waren rassistische Ressentiments bei Polizei und Sicherheitsbehörden, welche die Ermittlungen in die Irre führten, es waren rassistische Klischees, die Presseberichterstattung und Öffentlichkeit dazu brachten, die fantastischen Erzählungen von mafiösen und kriminellen
Verstrickungen der Betroffenen zu verbreiten.

Wir müssen über Rassismus reden. Rassismus ist ein gesellschaftliches Problem. Und das gilt wortwörtlich: Diese Gesellschaft hat ein Rassismusproblem, und zwar ein gewaltiges. Rassismus wird dabei fälschlicherweise oft nur bei klassischen Neonazis verortet. Ebenso findet sich Rassismus auch jenseits der sogenannten neuen Rechten, die sich hinter den Bannern von AfD, Pegida und Konsorten versammeln. Rassismus findet sich in Ämter- und Behördenpraxis, Polizeiarbeit, der Art wie gesellschaftliche Ressourcen und Teilhabe verteilt werden. Rassismus findet sich in marktschreierischen Wahlkampfauftritten wie auch in subtil und vornehm formulierten Leitartikeln. Rassismus zieht sich durch die ganze Gesellschaft: Weil die Gesellschaft, wie sie derzeit eingerichtet ist, Hierarchie, Ausbeutung und Ausgrenzung zwingend hervorbringt und legitimieren muss. Weil eine von Herrschaft durchzogene Gesellschaft, in der Ressourcen und Positionen ungleich verteilt und umkämpft sind, nicht allein durch den Bezug auf eine angebliche gemeinsame „Kultur“ zusammengehalten werden kann, sondern die Abwertung anderer „Kulturen“ benötigt. Weil die „eigene“ Identität stabilisiert wird, indem negative Elemente auf die Projektion der „Anderen“ abgewälzt werden.

Wir fordern die Abschaffung des Verfassungsschutzes. Der Verfassungsschutz wusste nicht zu wenig, sondern zu viel. Das wurde bereits in den ersten Wochen nach der Selbstenttarnung des NSU deutlich. Doch während Image und Legitimität des Inlandsgeheimdienstes zumindest zwischenzeitlich Schaden nahmen und viele Stimmen bis weit ins bürgerliche Lager seine Abschaffung forderten, ging er letztlich doch unbeschadet aus der Affäre und steht mittlerweile wahrscheinlich sogar besser da als zuvor. Er konnte nicht nur seine gesellschaftliche Reputation wiederherstellen, sondern sogar seine Befugnisse ausweiten. Für uns ist die Sache jedoch nicht erledigt: Für uns bleiben Fragen: Fragen bezüglich der wiederholten, planmäßigen Vernichtung relevanter Akten; Fragen zur Rolle des Verfassungsschützers Andreas Temme, der sich im Internetcafé Halit Yozgats aufhielt, als dieser ermordet wurde, und angeblich nichts bemerkt haben will; Fragen zu V-Mann Piatto, der schon 1998 wichtige Hinweise über die untergetauchten Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe weitergab; Fragen zu Ralf Marschner, der als V-Mann Primus im Kontakt mit den Untergetauchten gestanden haben soll. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Im Kampf gegen rechte Strukturen schließen wir uns nicht den wiederkehrenden Rufen an, der Verfassungsschutz solle künftig bitte auch diese oder jene rechte Gruppe beobachten. Nazis sind auch ohne Gelder, Aufbauarbeit und logistische Unterstützung des Geheimdienstes gefährlich genug. Mindestens diese Lehre sollte aus dem NSU gezogen werden.

Wir wehren uns gegen rassistische Stimmungsmache und Gewalt. Der NSU war nicht die erste Neonazi-Terrororganisation und es sieht auch nicht so aus, als sei er die letzte gewesen. In den letzten Monaten laufen und liefen mehrere Prozesse gegen Zusammenschlüsse wie die „Oldschool Society“ oder die „Gruppe Freital“. Daneben häufen sich die Meldungen von immer neuen Waffenfunden bei rechten Strukturen, immer neue gewaltbereite rechte Organisierungsansätze sprießen regelrecht aus dem Boden. Die Zahl der Brandanschläge und rassistischen Übergriffe ist in den letzten Jahren gravierend angestiegen. Und während sich der nette Herr von nebenan im Internet mit „Migrantenschreck“ genannten Schusswaffen eindeckt, legen die Entscheidungsträger_innen mit dem Abbau des Asylrechts und neuen Integrationsgesetzen vor, setzen Ausländerbehörde und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge auf Abschreckung, werden Sammelabschiebungen auf den Weg geschickt und Abschiebelager hochgezogen.

Nach fünf Jahren lässt sich ein frustrierendes Fazit ziehen. Noch immer wird rechte Gewalt verharmlost, noch immer darf sich der Verfassungsschutz als Beschützer inszenieren, noch immer hat diese Gesellschaft Rassismus nicht überwunden, noch immer ist es nötig auf den institutionellen Rassismus in Deutschland hinzuweisen, wie das erst jüngst die UN und Nichtregierungsorganisationen getan haben und wie es Selbstorganisierungen von Betroffenen nicht erst seit gestern tun. Es wurden von Seiten der Mehrheitsgesellschaft keine erkennbaren Lehren aus dem NSU gezogen. Höchste Zeit also, dass sich das ändert. Initiativen wie „Keupstraße ist überall“ oder das „NSU-Tribunal“ und die zahlreichen Vereinigungen die lokal im Zusammenhang mit der Aufarbeitung des NSU zusammen kamen, haben vorgemacht wie es geht.

In ihrem Plädoyer sagte Elif Kubaşik noch etwas: „Ich lebe in diesem Land, und ich gehöre zu diesem Land. Ich habe zwei Kinder in diesem Land zur Welt gebracht, und mein Enkel Mehmet ist hier zur Welt gekommen. Wir sind ein Teil dieses Landes, und wir werden hier weiterleben.“

Familie Kubaşık und allen Betroffenen des NSU-Terrors gilt unsere Solidarität. Wir werden den NSU nicht zu den Akten legen!

Am Tag der Urteilsverkündung wollen wir mit euch in Dortmund auf die Straße gehen. Denn für uns bedeutet das Ende des Prozesses nicht das Ende der Auseinandersetzung mit dem NSU und der Gesellschaft, die ihn möglich machte:
Kein Schlussstrich! – NSU-Komplex aufklären und auflösen!
Verfassungsschutz auflösen – V-Leute abschaffen!
Dem aktuellen rassistischen Terror gegen geflüchtete Menschen und MigrantInnen entgegentreten!
Rassismus in Behörden und Gesellschaft bekämpfen!

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Der NSU und institutioneller Rassismus – mit Seda Basay-Yildiz http://fgr.blogsport.de/2018/04/05/der-nsu-und-institutioneller-rassismus-mit-seda-basay-yildiz/ http://fgr.blogsport.de/2018/04/05/der-nsu-und-institutioneller-rassismus-mit-seda-basay-yildiz/#comments Thu, 05 Apr 2018 11:18:12 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein Aktuelles http://fgr.blogsport.de/2018/04/05/der-nsu-und-institutioneller-rassismus-mit-seda-basay-yildiz/ Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubaşık in Dortmund ermordet. Er war das achte Todesopfer des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds. Dass die terroristische Gruppe 13 Jahre lang im Untergrund agieren und zehn Menschen ermorden und mindestens drei Bombenanschläge verüben konnte, liegt auch daran, dass Sicherheits- und Justizbehörden in ihrer Arbeit strukturell versagt haben. Doch was bedeutet es eigentlich, wenn von strukturellem und institutionellem Rassismus die Rede ist? Und warum richtet sich Aufmerksamkeit so oft auf die Täter_innen und so wenig auf die Opfer? Das erörtert am 23. April Seda Basay-Yildiz, Nebenklagevertreterin der Familie Şimşek im NSU-Prozess, am Campus der TU Dortmund.

Auch nach den Morden, die erst Jahre später dem NSU zugeordnet wurden, waren die Ermittlungen vom Rassismus geprägt. Die Einheiten der Polizei, die die Fälle bearbeiteten, trugen Namen, wie „SoKo Bosporus“, im Allgemeinen wurden die Morde als „Dönermorde“ betitelt. Die Ermittlungen wurden absichtlich und immer wieder in eine Richtung gedrängt: Dass die Opfer kriminell seien oder sich innerhalb der Community „Ausländer“ gegenseitig umbringen würden. Geliebte und Beziehungen zur Mafia wurden erfunden, die Angehörigen kriminalisiert. Die Tatsache, dass die Morde rassistisch motiviert sein könnten, einfach ignoriert. Das Umgehen mit der Mordserie ist nicht zuletzt der Ausdruck davon, wie viel Rassismus tatsächlich in den Ermittlungsbehörden herrscht. Weitere Morde hätten verhindert werden können, wenn die Ermittlungsbehörden den Hinterbliebenen zugehört hätten.

Rassismus in seiner extremsten Form begegnet uns bei Angriffen auf Geflüchtetenheime, bei Demonstrationen von Neo-Nazis oder bei rassistisch motivierten Angriffen – oder im Fall des NSU bei Morden. Dass Rassismus jedoch kein Randproblem ist, sondern eine gesellschaftliche Tragweite hat, zeigen rassistische Praktiken, die uns in unterschiedlichen Bereichen unseres Lebens begegnen.

Wenn wir von institutionellem bzw. strukturellem Rassismus sprechen, heißt es nicht nur Behörden und Einrichtungen zu beobachten, sondern auch die gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Seit einigen Jahren kann beobachtet werden, wie der Rassismus sich immer stärker in die Mitte der Gesellschaft bewegt. Dinge, die vor einigen Jahren noch niemand öffentlich gesagt hätte, für die man sich geschämt hätte, scheinen jetzt schon fast „ok“ zu sein. „Das darf man ja wohl noch sagen können“ ist der Satz, der sich wie ein Bandwurm in der Gesellschaft festgefressen hat. Es kann bestimmt nicht behauptet werden, dass es Rassismus vor einigen Jahren noch weniger gegeben hätte, doch war die Hemmschwelle größer, sich in unreflektierten Vorurteilen zu ergehen.

Was also soll man jetzt tun? Sich dieser Situation ergeben? Wir haben noch viel vor uns, wenn man sich die ganzen Umstände vor Augen führt. Aber unsere Antwort wird es sein dagegen zu kämpfen und Rassismus aus den Köpfen zu vertreiben. Um für eine Zukunft einzustehen, in der wir gemeinsam in Frieden und Solidarität miteinander leben – und nicht rassistischer Stimmungsmache verfallen.

Der NSU-Komplex und institutioneller Rassismus
Vortrag und Diskussion mit Seda Basay-Yildiz
am Montag. 23. April 2018, 18 Uhr
im AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50, TU Dortmund, Campus Nord

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Stadtgespräche: Let’s talk about Europe http://fgr.blogsport.de/2018/04/02/stadtgespraeche-lets-talk-about-europe/ http://fgr.blogsport.de/2018/04/02/stadtgespraeche-lets-talk-about-europe/#comments Mon, 02 Apr 2018 14:50:01 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2018/04/02/stadtgespraeche-lets-talk-about-europe/ Flyer Stadtgespräche Unter dem Stichpunkt „Stadtgespräche“ soll es in Zukunft regelmäßig Verstanstaltungen zu politischen und/oder kulturellen Themen geben. Im Vorfeld des Naziaufmarsches am 14. April widmet sich die Gruppe in der Premiere der Stadtgespräche am 7. April dem Thema Europa und der europäischen Krise. Finanzkrise, Brexit, das anhaltende Sterben im Mittelmeer: Europa kriselt und der Rechtspopulismus ist im Aufwind. Welche Antworten haben Linke auf die Krise Europas?

Drei Referent*innen mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Organisationsansätzen diskutieren:

Michael Fromm, DIEM 25/Bundeskollektiv
Sophia Lycouris, Plan C/Glasgow
Eberhard Jungfer, Soli City Initiative Osnabrück, Moving Europe

„Let’s talk about Europe“ – Podiumsdiskussion

am 7. April, 19 Uhr, Wichernhaus, Stollenstraße 36, 44145 Dortmund.

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Tag der Solidarität am 4. April 2018 http://fgr.blogsport.de/2018/03/16/tag-der-solidaritaet-am-4-april-2018/ http://fgr.blogsport.de/2018/03/16/tag-der-solidaritaet-am-4-april-2018/#comments Fri, 16 Mar 2018 09:43:25 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein Aktuelles http://fgr.blogsport.de/2018/03/16/tag-der-solidaritaet-am-4-april-2018/ Plakatmotiv zum Gedenken an Mehmet Kubasik Am 4. April jährt sich die Ermordung von Mehmet Kubaşık durch den selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrund. Zum Gedenken an ihn und alle Opfer des NSU-Terrors veranstaltet das Bündnis „Tag der Solidarität“ jedes Jahr eine Demonstration und eine Reihe von Veranstaltungen. Die zentrale Demonstration beginnt am 4. April um 18 Uhr am Tatort, Mallinckrodtstraße 190.

12 Jahre ist es her, dass der Dortmunder aus rassistischen Motiven von Neonazis ermordet wurde. Jahrelang haben Betroffene – Angehörige der Ermordeten, Betroffene der Bombenattentate – darauf hingewiesen, dass die Täter in der rechten Szene zu suchen seien, doch erst als der NSU sich 2011 selbst enttarnte, wurde ihnen Glauben geschenkt.

Das Forum gegen Rassismus ist Teil des Bündnisses „Tag der Solidarität“, das jährlich das Gedenken an Mehmet Kubaşık und alle Opfer des NSU-Terrors organisiert. Der Aufruf des Bündnisses und weitere Informationen sind hier zu finden: tagdersolidaritaet.wordpress.com

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Vortrag am 11.1.: Kampf um Katalonien — Demokratische Revolution oder bornierter Regionalismus? http://fgr.blogsport.de/2018/01/05/vortrag-am-11-1-kampf-um-katalonien-demokratische-revolution-oder-bornierter-regionalismus/ http://fgr.blogsport.de/2018/01/05/vortrag-am-11-1-kampf-um-katalonien-demokratische-revolution-oder-bornierter-regionalismus/#comments Fri, 05 Jan 2018 08:08:11 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2018/01/05/vortrag-am-11-1-kampf-um-katalonien-demokratische-revolution-oder-bornierter-regionalismus/ Den vielzitierten Kampf um die Bilder hat die katalanische Unabhängigkeitsbewegung klar für sich entscheiden können. Spanische Polizeieinheiten prügeln auf alte Menschen ein, die nichts tun wollen, als Wahlzettel in eine Urne schmeißen. Aber reicht die Rolle als Underdog um sich mit den Katalanen zu solidarisieren? Was bezwecken diese eigentlich mit der Abspaltung? Ist das noch irgendwie links oder nur dumpfer Nationalismus?

Auf der anderen Seite steht der spanische Zentralstaat, dem ein spanischer Journalist kürzlich einen „unerträglichen Gestank nach schlecht verheiltem Franquismus“ beglaubigte. Den auf den Demonstrationen gegen den „independentismo“ laufen Regierungsmitglieder neben bekannten spanischen Neonazis. Dabei wollen die doch nur die Verfassung beschützen. Und nach der darf sich Katalonien eben nicht abspalten. Beim Wort Verfassung salutieren dann auch die meisten deutschen Kommentatoren still und heimlich und argumentieren, das Referendum sei eben laut Konstitution illegal gewesen. Aber anscheinend hat die katalanische Linke auch ein Problem mit eben jener Verfassung. Das Tauziehen um Katalonien wird oft nur noch als ein Machtspiel zweier älterer Herren in Anzug dargestellt.
Auf der Veranstaltung wollen wir einen kritischeren Blick wagen und die Hintergründe des Konflikts beleuchtet und dabei Chancen, aber auch Gefahren der Bewegung für Katalonien diskutieren.

Am 11. Januar um 20:00 Uhr
im Nordpol, Münsterstraße 99
44145 Dortmund

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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http://fgr.blogsport.de/2018/01/05/vortrag-am-11-1-kampf-um-katalonien-demokratische-revolution-oder-bornierter-regionalismus/feed/
Und nun. http://fgr.blogsport.de/2017/09/26/und-nun/ http://fgr.blogsport.de/2017/09/26/und-nun/#comments Tue, 26 Sep 2017 19:34:18 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2017/09/26/und-nun/ Her mit dem schönen Leben (c) Peer Wenmakers Der Einzug der AfD in den Bundestag muss vor allem bedeuten, Nazis und Rassist*innen noch entschlossener entgegen zu treten, und vor allem solidarisch zu sein mit allen, die als „Fremde“, „Andere“, „weniger-Werte“ wahrgenommen, diskriminiert und ausgeschlossen werden. Den Mund aufmachen, wenn People of Colour bedrängt, angegriffen, beleidigt werden, wenn sie als einzige am Bahnhof kontrolliert werden. Einschreiten, wenn dieses „sich die AFD-Wähler*innen zurückholen“ bedeutet, die Positionen der Rassist*innen zu übernehmen (zum Beispiel, wenn Studiengebühren von Nicht-EU-Ausländer*innen erhoben werden). Wenn andere die Hoheit darüber erringen wollen, wen und wie Menschen lieben, küssen, heiraten oder nicht heiraten dürfen. Widersprechen, wenn sich die Regierung für Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete feiert. Zivilisatorische Grenzen nicht weiter einreißen lassen. Allen, die auf Hass, Abschottung, Menschenfeindlichkeit setzen, immer zeigen, dass sie nicht Recht haben, sie nicht die Mehrheit sind. Es wird schwer, es wird scheiße. Aber es muss sein. (Bild: Peer Wenmakers (CC-BY-SA 3.0))

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„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“ – Für eine faire Landwirtschaft weltweit http://fgr.blogsport.de/2017/06/06/deutsche-kuehe-weiden-in-paraguay-und-scheissen-auf-die-bauern-im-senegal-fuer-eine-faire-landwirtschaft-weltweit/ http://fgr.blogsport.de/2017/06/06/deutsche-kuehe-weiden-in-paraguay-und-scheissen-auf-die-bauern-im-senegal-fuer-eine-faire-landwirtschaft-weltweit/#comments Tue, 06 Jun 2017 13:45:28 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2017/06/06/deutsche-kuehe-weiden-in-paraguay-und-scheissen-auf-die-bauern-im-senegal-fuer-eine-faire-landwirtschaft-weltweit/ Logo der Aktion 3. Welt Saar„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal.“ Das ist einer der unausgesprochenen Leitsätze deutscher und europäischer Agrarpolitik. Die Aktion 3. Welt Saar beschäftigt sich mit der ungleichen Verteilung des Reichtums dieser Erde – hier wie in der so genannten 3.Welt – ihr Geschäftsführer Roland Röder zeigt am 21. Juni um 18 Uhr Zusammenhänge zwischen Agrarwirtschaft, globalisierten Märkten und (strukturellem) Rassismus auf.

Billiges Soja aus Paraguay landet im Futtertrog deutscher Milchkühe und hilft den Bauern hier, gerade so über die Runden zu kommen. Die in der EU „billig“ im Überfluss produzierte Milch wird als Milchpulver und Kondensmilch aus deutschen Molkereien u.a. in den Senegal exportiert und zwingt dort Bauern zur Aufgabe ihrer Höfe. So fördern die deutsche und die EU- Agrarpolitik den Hunger in der Welt. Bauern sind in Paraguay, Deutschland und im Senegal trotz unterschiedlicher Entwicklungsniveaus die Letzten, die die Hunde beißen. Ein anderes Wort dafür: Neoliberalismus. Dagegen entsteht Widerstand – auch hier.

„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“
am Mittwoch, 21. Juni, um 18 Uhr

im AStA-Seminarraum, EF 50,
Campus Nord, TU Dortmund

Die Aktion 3. Welt Saar

Die Aktion 3.Welt Saar e.V. ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet. Ihren Sitz hat sie im Saarland. Im letzten Jahr erhielt Sie für Ihr Agrarprojekt „ERNA goes fair“ von Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds den Ökumenischen Förderpreis. Sie arbeitet mit im Trägerkreis von „Meine Landwirtschaft – unsere Wahl“ und ist Mitveranstalterin der Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin, die jedes Jahr Mitte Januar 20.000 und mehr Menschen anzieht. In ihrer Auswertung „Licht und Schatten, Teil 2“ hat sie auch die
weniger erfreulichen Momente bei dieser Demonstration benannt, z.B. die wüsten Attacken von Veganern auf Bauern, KZ Vergleiche in der Vergangenheit und andere unschöne Momente: http://www.a3wsaar.de/?id=205.

„ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit“ steht für ERnährungssicherheit und NAchhaltigkeit und ist eine überregionale Kampagne der Aktion 3.Welt Saar e.V. ERNA vernetzt Milchbauern, Naturschützer, 3. Welt-Engagierte und – bundesweit einzigartig – Gewerkschafter. Mit im Boot sind der Bundesverband Deutscher
Milchviehhalter, der DGB und die NGG. Und weil sich eine bessere Welt nicht kaufen lässt, ist ERNA goes fair kein Verbrauchermitmachprojekt, sondern eine politische Kampagne. ERNA goes fair schreibt in der Jungle World die Gartenkolumne „Krauts und Rüben. Der letzte linke Kleingärtner“.

Infos:
www.a3wsaar.de
www.erna.a3wsaar.de

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Vortrag am 10. Mai: Die AFD vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl http://fgr.blogsport.de/2017/04/28/vortrag-am-10-mai-die-afd-vor-der-nordrhein-westfaelischen-landtagswahl/ http://fgr.blogsport.de/2017/04/28/vortrag-am-10-mai-die-afd-vor-der-nordrhein-westfaelischen-landtagswahl/#comments Fri, 28 Apr 2017 10:19:29 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2017/04/28/vortrag-am-10-mai-die-afd-vor-der-nordrhein-westfaelischen-landtagswahl/ Die AfD von der nordrhein-westfälischen Landtagswahl – ein Überblick über das Wirken und Innenleben einer rechtspopulistischen Partei

10. Mai 2017, 18 Uhr, im AStA TU Dortmund

Nach der Landtagswahl am 14. Mai 2017 könnten zwischen 20 und 30 Abgeordnete der AfD im Düsseldorfer Landesparlament sitzen. Bei ihrer Gründung vor etwas mehr als vier Jahren war die selbst ernannte „Alternative für Deutschland“ eine gesellschaftspolitisch konservative und wirtschaftspolitisch neoliberale Partei, die sich zwar rechtspopulistischer Argumentationsweisen bediente, ohne dass dies aber das bestimmende Element der Partei war. Inzwischen ist die AfD zur durchgehend rechtspopulistischen Partei geworden, die ihr Gründungsthema, den Kampf gegen den Euro, längst ergänzt und ersetzt hat durch Parolen gegen Geflüchtete, gegen Islam und gegen eine supranationale Politik. Inzwischen sucht und findet sie die Zusammenarbeit mit extrem rechten Formationen wie der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ oder dem „französischen Front National“. Wer sind die Akteur_innen, die die Rechtsentwicklung der AfD vorangetrieben haben? Und wie ist die stetig weiter nach rechts gedriftete AfD kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aufgestellt?

Referent: Rainer Roeser (Freier Journalist und Autor, u.a. tätig für das Portal „blick nach rechts“)

Eine gemeinsame Veranstaltung von:
AStA FH Dortmund
AStA TU Dortmund
DGB-Jugend Dortmund-Hellweg
Forum gegen Rassismus
Gewerkschaftliche Hochschulgruppe Dortmund
Netzwerk Lehramtsstudierende mit Zuwanderungsgeschichte

in Kooperation mit dem Antirassistischen Bildungsforum Rheinland.

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsradikalen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, den Zutritt zu unserer Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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Vortrag am 2.3.: Anleitung gegen den Rechtsruck – Argumente gegen AfD und Co http://fgr.blogsport.de/2017/02/24/vortrag-am-2-3-anleitung-gegen-den-rechtsruck-argumente-gegen-afd-und-co/ http://fgr.blogsport.de/2017/02/24/vortrag-am-2-3-anleitung-gegen-den-rechtsruck-argumente-gegen-afd-und-co/#comments Fri, 24 Feb 2017 19:26:30 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2017/02/24/vortrag-am-2-3-anleitung-gegen-den-rechtsruck-argumente-gegen-afd-und-co/ In der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sammeln sich die Kräfte, die mehr gruppenbezogene Ungleichheit herstellen wollen: Neoliberalismus, christlicher Fundamentalismus, völkischer Nationalismus. Im Vortrag wird Soziologe und Publizist Andreas Kemper auf die Ideologien und Netzwerke der AfD eingehen, so wie auf die Frage, wie gegen die AfD argumentiert werden kann, wenn doch den Bewegungen von Pegida über AfD bis zu den Trump-Unterstützer*innen mit sachlichen Argumenten kaum beizukommen ist.
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Am 2. März um 20:00 Uhr
im Nordpol, Münsterstraße 99
44145 Dortmund

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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http://fgr.blogsport.de/2017/02/24/vortrag-am-2-3-anleitung-gegen-den-rechtsruck-argumente-gegen-afd-und-co/feed/
Zur AfD an der Hochschule http://fgr.blogsport.de/2017/02/01/zur-afd-an-der-hochschule/ http://fgr.blogsport.de/2017/02/01/zur-afd-an-der-hochschule/#comments Wed, 01 Feb 2017 18:46:57 +0000 Forum gegen Rassismus Allgemein http://fgr.blogsport.de/2017/02/01/zur-afd-an-der-hochschule/ Die morgige Podiumsdiskussion zu parteipolitischen Positionen vor der Landtagswahlen wird trotz Protesten mit der AfD stattfinden. Das Rektorat der TU Dortmund betonte in einer Stellungnahme, bei den Veranstaltenden, dem Autonomen Schwulenreferat, keinen Einfluss auf die Besetzung des Podiums genommen zu haben. Das ASR bleibt bei seiner Einladung an die AfD, um „eine umfassende und unabhängige Veranstaltung zu organisieren“ – ja, auch mit einer Partei, die rassistische, antisemitische, völkische, nationalistische geschichtsrevisionistische, homo-, lesben-, trans-, -queerfeindliche Positionen vertritt.

Hier gehts zur Veranstaltungsankündigung und einer Stellungnahme des ASR:
https://www.facebook.com/Schwulenreferat.Dortmund/posts/1296769690400184

Hier andere Stellungnahmen zur Veranstaltung:

„Nationalismus ist keine Alternative – auch nicht im Hörsaal“
http://de.indymedia.org/node/11677

Stellungnahme des AStA der FH Dortmund:
https://www.studierbar.de/stellungnahme-zur-podiumsdiskussion-landtagswahl-an-der-tu-dortmund/

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