Und nun.

Her mit dem schönen Leben (c) Peer Wenmakers Der Einzug der AfD in den Bundestag muss vor allem bedeuten, Nazis und Rassist*innen noch entschlossener entgegen zu treten, und vor allem solidarisch zu sein mit allen, die als „Fremde“, „Andere“, „weniger-Werte“ wahrgenommen, diskriminiert und ausgeschlossen werden. Den Mund aufmachen, wenn People of Colour bedrängt, angegriffen, beleidigt werden, wenn sie als einzige am Bahnhof kontrolliert werden. Einschreiten, wenn dieses „sich die AFD-Wähler*innen zurückholen“ bedeutet, die Positionen der Rassist*innen zu übernehmen (zum Beispiel, wenn Studiengebühren von Nicht-EU-Ausländer*innen erhoben werden). Wenn andere die Hoheit darüber erringen wollen, wen und wie Menschen lieben, küssen, heiraten oder nicht heiraten dürfen. Widersprechen, wenn sich die Regierung für Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete feiert. Zivilisatorische Grenzen nicht weiter einreißen lassen. Allen, die auf Hass, Abschottung, Menschenfeindlichkeit setzen, immer zeigen, dass sie nicht Recht haben, sie nicht die Mehrheit sind. Es wird schwer, es wird scheiße. Aber es muss sein. (Bild: Peer Wenmakers (CC-BY-SA 3.0))

„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“ – Für eine faire Landwirtschaft weltweit

Logo der Aktion 3. Welt Saar„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal.“ Das ist einer der unausgesprochenen Leitsätze deutscher und europäischer Agrarpolitik. Die Aktion 3. Welt Saar beschäftigt sich mit der ungleichen Verteilung des Reichtums dieser Erde – hier wie in der so genannten 3.Welt – ihr Geschäftsführer Roland Röder zeigt am 21. Juni um 18 Uhr Zusammenhänge zwischen Agrarwirtschaft, globalisierten Märkten und (strukturellem) Rassismus auf.

Billiges Soja aus Paraguay landet im Futtertrog deutscher Milchkühe und hilft den Bauern hier, gerade so über die Runden zu kommen. Die in der EU „billig“ im Überfluss produzierte Milch wird als Milchpulver und Kondensmilch aus deutschen Molkereien u.a. in den Senegal exportiert und zwingt dort Bauern zur Aufgabe ihrer Höfe. So fördern die deutsche und die EU- Agrarpolitik den Hunger in der Welt. Bauern sind in Paraguay, Deutschland und im Senegal trotz unterschiedlicher Entwicklungsniveaus die Letzten, die die Hunde beißen. Ein anderes Wort dafür: Neoliberalismus. Dagegen entsteht Widerstand – auch hier.

„Deutsche Kühe weiden in Paraguay und scheißen auf die Bauern im Senegal“
am Mittwoch, 21. Juni, um 18 Uhr

im AStA-Seminarraum, EF 50,
Campus Nord, TU Dortmund

Die Aktion 3. Welt Saar

Die Aktion 3.Welt Saar e.V. ist eine allgemeinpolitische Organisation, die bundesweit arbeitet. Ihren Sitz hat sie im Saarland. Im letzten Jahr erhielt Sie für Ihr Agrarprojekt „ERNA goes fair“ von Brot für die Welt und dem Katholischen Fonds den Ökumenischen Förderpreis. Sie arbeitet mit im Trägerkreis von „Meine Landwirtschaft – unsere Wahl“ und ist Mitveranstalterin der Demonstration „Wir haben es satt“ in Berlin, die jedes Jahr Mitte Januar 20.000 und mehr Menschen anzieht. In ihrer Auswertung „Licht und Schatten, Teil 2“ hat sie auch die
weniger erfreulichen Momente bei dieser Demonstration benannt, z.B. die wüsten Attacken von Veganern auf Bauern, KZ Vergleiche in der Vergangenheit und andere unschöne Momente: http://www.a3wsaar.de/?id=205.

„ERNA goes fair – für eine faire Landwirtschaft weltweit“ steht für ERnährungssicherheit und NAchhaltigkeit und ist eine überregionale Kampagne der Aktion 3.Welt Saar e.V. ERNA vernetzt Milchbauern, Naturschützer, 3. Welt-Engagierte und – bundesweit einzigartig – Gewerkschafter. Mit im Boot sind der Bundesverband Deutscher
Milchviehhalter, der DGB und die NGG. Und weil sich eine bessere Welt nicht kaufen lässt, ist ERNA goes fair kein Verbrauchermitmachprojekt, sondern eine politische Kampagne. ERNA goes fair schreibt in der Jungle World die Gartenkolumne „Krauts und Rüben. Der letzte linke Kleingärtner“.

Infos:
www.a3wsaar.de
www.erna.a3wsaar.de

Vortrag am 10. Mai: Die AFD vor der nordrhein-westfälischen Landtagswahl

Die AfD von der nordrhein-westfälischen Landtagswahl – ein Überblick über das Wirken und Innenleben einer rechtspopulistischen Partei

10. Mai 2017, 18 Uhr, im AStA TU Dortmund

Nach der Landtagswahl am 14. Mai 2017 könnten zwischen 20 und 30 Abgeordnete der AfD im Düsseldorfer Landesparlament sitzen. Bei ihrer Gründung vor etwas mehr als vier Jahren war die selbst ernannte „Alternative für Deutschland“ eine gesellschaftspolitisch konservative und wirtschaftspolitisch neoliberale Partei, die sich zwar rechtspopulistischer Argumentationsweisen bediente, ohne dass dies aber das bestimmende Element der Partei war. Inzwischen ist die AfD zur durchgehend rechtspopulistischen Partei geworden, die ihr Gründungsthema, den Kampf gegen den Euro, längst ergänzt und ersetzt hat durch Parolen gegen Geflüchtete, gegen Islam und gegen eine supranationale Politik. Inzwischen sucht und findet sie die Zusammenarbeit mit extrem rechten Formationen wie der „Freiheitlichen Partei Österreichs“ oder dem „französischen Front National“. Wer sind die Akteur_innen, die die Rechtsentwicklung der AfD vorangetrieben haben? Und wie ist die stetig weiter nach rechts gedriftete AfD kurz vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aufgestellt?
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Vortrag am 2.3.: Anleitung gegen den Rechtsruck – Argumente gegen AfD und Co

In der Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) sammeln sich die Kräfte, die mehr gruppenbezogene Ungleichheit herstellen wollen: Neoliberalismus, christlicher Fundamentalismus, völkischer Nationalismus. Im Vortrag wird Soziologe und Publizist Andreas Kemper auf die Ideologien und Netzwerke der AfD eingehen, so wie auf die Frage, wie gegen die AfD argumentiert werden kann, wenn doch den Bewegungen von Pegida über AfD bis zu den Trump-Unterstützer*innen mit sachlichen Argumenten kaum beizukommen ist.
Nach dem Vortrag besteht die Möglichkeit zur Diskussion.

Am 2. März um 20:00 Uhr
im Nordpol, Münsterstraße 99
44145 Dortmund

Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die extrem rechten Parteien oder Organisationen angehören, der extrem rechten Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Zur AfD an der Hochschule

Die morgige Podiumsdiskussion zu parteipolitischen Positionen vor der Landtagswahlen wird trotz Protesten mit der AfD stattfinden. Das Rektorat der TU Dortmund betonte in einer Stellungnahme, bei den Veranstaltenden, dem Autonomen Schwulenreferat, keinen Einfluss auf die Besetzung des Podiums genommen zu haben. Das ASR bleibt bei seiner Einladung an die AfD, um „eine umfassende und unabhängige Veranstaltung zu organisieren“ – ja, auch mit einer Partei, die rassistische, antisemitische, völkische, nationalistische geschichtsrevisionistische, homo-, lesben-, trans-, -queerfeindliche Positionen vertritt.

Hier gehts zur Veranstaltungsankündigung und einer Stellungnahme des ASR:
https://www.facebook.com/Schwulenreferat.Dortmund/posts/1296769690400184

Hier andere Stellungnahmen zur Veranstaltung:

„Nationalismus ist keine Alternative – auch nicht im Hörsaal“
http://de.indymedia.org/node/11677

Stellungnahme des AStA der FH Dortmund:
https://www.studierbar.de/stellungnahme-zur-podiumsdiskussion-landtagswahl-an-der-tu-dortmund/

Rechte Wahlparteien – wer sie sind und was sie wollen

Auf einem Wahlzettel hat jemand mit einem Stift ein Kreuz gemacht Obwohl sie aktuell im Schatten der AfD stehen, die nach Umfragen mit um die 10 Prozent in den Landtag einziehen könnte, sind natürlich auch weniger erfolgreiche Rechtsaußenparteien weiterhin aktiv: „pro NRW“, „pro Deutschland“, „Die Republikaner“, NPD, die in NRW aus den neonazistischen „Freien Kameradschaften“ entstandene „Die Rechte“ und andere. Die meisten von ihnen werden zu den NRW-Landtagswahlen antreten – in Konkurrenz zur AfD. Wie handlungsfähig sind diese Parteien und was unterscheidet sie voneinander? In welchen NRW-Kommunen sind sie überhaupt und in welcher Form aktiv? Welches Umfeld haben sie und wie ist ihr Verhältnis zu Rechtsaußenbewegungen wie beispielsweise PEGIDA und HoGeSa – und zur AfD? Das Antirassistische Bildungsforum Rheinland gibt am 31. Januar einen Überblick über die aktuelle Entwicklung rechter Parteien in NRW. (mehr…)

Rassismus im Fußball

weißer Schriftzug auf rotem Grund: Rassismus im Fußball Fußballspiele vor einem Massenpublikum im Stadion sind ’soziale Orte‘, an denen Einzelpersonen und Gruppen ihre Botschaften präsentieren können. Problematisch wird dies, wenn diese Botschaften rechtsextremes Gedankengut beinhalten. Ziel von diskriminierenden Äußerungen sind dabei nicht nur Spieler*innen mit Migrationshintergrund oder anderer Hautfarbe. Auch auf den Rängen kommt es zu verbalen und tatsächlichen Angriffen Rechter auf Migrant*innen, Homosexuelle, Linke und Menschen, die nicht in das Weltbild der Rechten passen.

Daniel Schröder vom BVB-Fanprojekt Dortmund e.V. und dem BVB Lernzentrum gibt einen Einblick in das Thema Rassismus im Fußball, auch in Dortmund, und zeigt Möglichkeiten, Wege und Grenzen antifaschistischer Fanarbeit auf.

Rassismus im Fußball
am Dienstag, 17. Januar,
18 Uhr
im AStA-Seminarraum, Emil-Figge-Straße 50
Campus TU Dortmund

Eine Veranstaltung von:
AStA TU Dortmund, AStA FH Dortmund, Gewerkschaftliche Hochschulgruppe Dortmund, Forum gegen Rassismus, DGB-Jugend Dortmund-Hellweg

Wir behalten uns vor, von unserem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsradikalen Parteien oder Organisationen angehören oder der rechten Szene zuzuordnen sind, den Zutritt zu unserer Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

Vortrag am 26.10.: Kein rechter Terror nach dem NSU?

Ismail Yozgat verlor am 6. April 2006 seinen Sohn. Er starb in seinen Armen – hingerichtet durch ein rechtes Killerkommando. Im Februar 2012 sagte er in Gegenwart von Bundeskanzlerin Angela Merkel: „Unser Vertrauen in die deutsche Justiz ist groß“. Er hat nicht aufgegeben – bis heute.

Der NSU Prozess neigt sich dem Ende zu, aber es gibt mehr Fragen als Antworten. Außer der Bundesanwaltschaft glaubt kein Mensch mehr daran, dass der NSU aus nur 3 Täter*innen bestand. Vielmehr zeigt sich, dass es sich beim NSU um ein Nazi-Netzwerk mit klandestinen Kleingruppen nach Vorbild von Blood and Honour handelt. Lange haben die Nazis über das Konzept des führerlosen Widerstands geschwafelt. Dann setzten sie es menschenverachtend und brutal um, und das mit Rückendeckung der Geheimdienste, mindestens unkontrolliert von der Politik und ungehindert durch die Polizei.

Gruppierungen wie das Aktionsbüro Mittelrhein oder der Nationale Widerstand Dortmund sind zwar immer wieder verboten worden, aber sie gründen kurze Zeit später neue: die Parteien Der Dritte Weg oder Die Rechte sind nur zwei Beispiele. Andere genießen den Kadaverschutz der NPD. Während der letzten 10 Jahre organisierten genau diese Gruppen einen jährlichen Aufmarsch in Remagen. Sie trauern um deutsche Täter und verhöhnen die Opfer des Nationalsozialismus. Auch sie diskutieren – wie der NSU – über den führerlosen Widerstand und haben eine ähnliche Praxis. Genau diese Akteur*innen des organisierten Rechtsterrorismus wollen am 12. November wieder in Remagen aufmarschieren. Das Bündnis „NS Verherrlichung stoppen!“ organisiert auch für dieses Jahr wieder
Gegenproteste.

Kein rechter Terror nach dem NSU?
am 26. Oktober, 16 Uhr
im Haus Dörstelmann,
Campus Süd, TU Dortmund

„Wie Lämmer zur Schlachtbank“? Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

Bielsky Family and Friends
„Sie haben sich wie Lämmer zur Schlachtbank treiben lassen!“: So oder ähnlich konnte man es an deutschen Stammtischen viele Jahrzehnte lang hören. Eine perfide These, die insbesondere den jüdischen Opfern der NS-Vernichtungsmaschinerie Passivität angesichts des Todes, wenn nicht sogar eine Mitschuld an ihrem Schicksal unterstellt. Ganz im Gegenteil haben sich jüdische Menschen, wenn es irgendwie möglich war, gegen den NS-Terror gewehrt.

Am 8. September beschäftigt sich das Antifa-Café Dortmund mit jüdischem Widerstand im Nationalsozialismus. Der Vortrag bietet einen Überblick über den jüdischen Widerstand: von mutigen Einzelkämpfer_innen, organisierten Widerstandsgruppen, kompletten Militäreinheiten und Partisan_innenverbänden bis hin zu Aufständen in Konzentrations- und Vernichtungslagern wird die Bandbreite des jüdischen Antifaschismus vorgestellt. Zudem wird die Frage erörtert, was eigentlich Widerstand während des NS-Regimes bedeutete und welche realen Spielräume für Nazi-Gegner_innen vorhanden waren.

„Wie Lämmer zur Schlachtbank“?
Jüdischer Widerstand gegen den Nationalsozialismus

am 8. September, 20 Uhr
im Nordpol, Münsterstraße 99
44145 Dortmund

„Blick in den Abgrund“ – Berichte aus dem NSU-Prozess

Gerichtssaal am OLG München Seit fast drei Jahren läuft der NSU-Prozess am Oberlandesgericht München. Und seit vielen Monaten tritt er auf der Stelle, sagt Friedrich Burschel, Experte für Neonazismus bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er beobachtet den Prozess für Radio Lotte Weimar und die Initiative NSUwatch und wird am 29. April in Dortmund davon berichten. Sein „Blick in den Abgrund“ um 17 Uhr, im AStA-Seminarraum am Campus der TU Dortmund ist gleichzeitig Abschluss unserer Veranstaltungsreihe zum „Nationalsozialistischen Untergrund“.

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