Stellungnahme des FGR zum Projekt „Dortmund den Dortmundern“

Aus der letzten Ausgabe der „Lotta“ (Antifaschistische Zeitung aus NRW, Hessen und Rheinland Pfalz) haben wir erfahren, dass es in Dortmund bald ein aus Bundesmitteln finanziertes Projekt mit dem skurrilen Namen „Dortmund den Dortmundern“ geben soll.
Wir sind entsetzt über das Projektvorhaben und die Kooperation bzw. mögliche Beteiligung, insbesondere der Stadt Dortmund – Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, sowie des Jugendrings Dortmund. Diese unterstützen uns zur Zeit bei der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“.
Wir lehnen die Einbeziehung von Neonazis an jeglichen Projekten und Aktionen, die über Nazis aufklären sollen und rechtes Gedankengut bekämpfen wollen, grundsätzlich ab. Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, geschulte Nazikader gegen Jugendliche antreten zu lassen und ihnen eine Plattform zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu bieten. Außerdem ist es absolut inakzeptabel, Nazis als gleichberechtigte „Spielpartner_innen“ zu akzeptieren, wie es in dem Projektantrag des Trägers „multilateral academy“ beabsichtigt zu sein scheint.
Wir möchten uns hiermit von einem solchen Umgang mit Nazis deutlich distanzieren und fordern die Kooperationspartner_innen des Projekts zu einer Stellungnahme bezüglich dessen und im Zweifelsfall zu einem Rückzug aus dem Projekt auf.

Audio-Begleitung zur Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Begleitend zu der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ wurden mit Unterstützung der Doris Wuppermann Stiftung, der Stiftung :do und der Rosa Luxemburg Stiftung Audiofeatures realisiert. Diese erläutern weitere Hintergründe zum Thema der Ausstellung.

Die Audioguides sind Teil der Ausstellung und stammen von deren Internetseite: www.opfer-rechter-gewalt.de

Begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Rechte Gewalt in Dortmund
10.01.2012 | 18Uhr | Reinoldinum (Schwanenwall 34)
Inhaltliche Eröffnungsveranstaltung mit ReferentInnen des Dortmunder Antifabündnis (DAB)

Gerade die aktuelle Debatte um die Morde des NSU zeigt einmal mehr, wie wichtig antifaschistische Aufklärung über rechte Strukturen und rechte Gewalt ist. Der Vortrag setzt sich mit den Neonazistrukturen in Dortmund, den unterschiedlichen Formen rechter Gewalt und dem Umgang der Dortmunder Polizei und Justiz damit auseinander.

Kein 10. Opfer!
17.01.2012 | 19:30Uhr | Dietrich-Keuning-Haus
“Nationalsozialistischer Untergrund”, Rechtsterror und die Rolle des Staates

“Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und “rassische” GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische “Nationale
Widerstand” heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die “Volksfeinde ins Visier” und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar.
Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht. Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des “Rechtsterrorismus” beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex “NSU” Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.“

Veranstalter sind das Dortmunder Antifa-Bündnis und das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Antirassistisches Bildungsforum Rheinland (ABR) mit ReferentInnen des apabiz statt.

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Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ im Januar in Dortmund

Die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ des Vereins Opferperspektive e.V. wird vom 11. bis zum 28. Januar in Dortmund zu sehen sein. Veranstalter der Ausstellung in Dortmund ist das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR) und der Ausstellungsort ist die Petrikirche in der Innenstadt.

Die Ausstellung porträtiert 156 Menschen, die rechter Gewalt von 1990 bis 2010 zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft diese Menschen in Erinnerung.

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Filmvorführung: Das braune Chamäleon

Die Erscheinungsform von der extremen Rechten hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neonazis wie die »Autonomen Nationalist_innen« sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden von den Angehörigen linker Subkulturen. Rechtspopulist_innen wie die Mitglieder der »Pro-Bewegung« versuchen, sich bürgernah zu geben. Der Film beschreibt diese Strömungen aus verschiedenen Blickwinkeln:

  • Hans-Peter Kilgus vom NS-Dokumentationszentrum Köln beschreibt Ausprägungen der rechten Szene.
  • Matthias Adrian war Funktionär bei der NPD, distanzierte sich aber nach und nach von der extrem rechten Ideologie. Er berichtet von seinen Erlebnissen als organisierter Neonazi.
  • Andreas ist als 11jähriger zu einer Gruppe Rechtsradikaler gestoßen. Er beschreibt, welchen Reiz sie auf ihn ausübte.
  • Schüler_innen und Lehrer_innen berichten über den Umgang mit dem Thema extreme Rechte an der Schule.
  • Veranstaltungen von »Pro-NRW« und »Autonomen Nationalist_innen« sowie Gegenkundgebungen werden dokumentiert.

Außerdem behandelt der Film die Frage, welche Möglichkeiten des Widerstandes möglich und sinnvoll sind.
Das braune Chamäleon (2010, 90 Min., freigegeben ab 12 Jahren) ist eine Produktion des Medienprojekts Wuppertal (www.medienprojekt-wuppertal.de).

29.11.2011 | 18 Uhr | AStA-Seminarraum (Raum 0.437, Emil-Figge-Str. 50)

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Vortrag am 20.11: „Entschwörungstheorie“

Im 20. November findet zum nächsten Mal die Veranstaltungsreihe „Was geht mich das an?“ statt. In Kooperation mit dem Forum gegen Rassismus organisiert das Dortmunder Antifa-Bündnis eine Veranstaltung zur „Entschwörungstheorie“ mit Daniel Kulla.

20.11.2011 | 18:30 Uhr | Kulturhaus Taranta Babu (Humboldstr. 44 / Ecke Amalienstr. in Dortmund)

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Naziaufmarsch am 30.09. in Unna

Nicht nur in Hamm sorgt dieses Wochenende ein Naziaufmarsch für Aufregung. Dort findet am kommenden Samstag ein Naziaufmarsch statt, zu der 200 Teilnehmer erwartet werden. Ein breites Bündnis von der SPD-Hamm bis zur Antifa ruft unter dem Motto „Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung“ zu Protesten auf. Wie diesen Montag bekannt wurde, planen Neonazis aus Hamm auch in Unna einen Aufmarsch durchzuführen.

Die Neonazis kündigen im Internet an, dass am Freitagabend auch eine Neonazi-Demonstration durch die Unnaer Innenstadt stattfinden soll. Laut der Sonderseite zum Naziaufmarsch soll dieser um 19.00 Uhr am Rathausplatz starten.

Weitere Informationen zu den Gegenaktivitäten findet ihr im Internet bei der Antifa UNited.

Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung! Für eine freie Welt ohne Grenzen!

Am 1. Oktober wollen Neonazis in Hamm aufmarschieren. Die „Kameradschaft Hamm“, eine seit vielen Jahren aktive Neonazi-Gruppe, versucht seit dem vergangenen Jahr einen weiteren regelmäßigen Termin im Demo-Kalender der Szene zu etablieren. Dem jährlichen „nationalen Antikriegstag“ im September in Dortmund soll fortan ein jährlicher Aufmarsch unter dem Motto „Den deutschen Volkstod stoppen! Wir lassen uns nicht BRDigen“ folgen. Angekündigt sind Redner von „Freien Kameradschaften“ und NPD/JN und ungefähr 400 Teilnehmenden.
In Hamm haben sich die politischen Jugendverbände zusammen geschlossen, um den Protest gegen den Naziaufmarsch gemeinsam zu organisieren. Geplant ist ein Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam. Gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung! Für eine freie Welt ohne Grenzen!“. Obwohl in Hamm seit 2003 etliche Naziaufmärsche stattgefunden haben, herrschte bislang in weiten Teilen der Stadt die Auffassung vor, durch Ignorieren würde sich das Problems von selbst wieder erledigen. Die antifaschistische Demonstration will deshalb deutlich machen, wie wichtig Protest und kontinuierlicher Widerstand gegen Neonazis sind.

Infos zur Veranstaltung am 30.08.

Am Dienstag, dem 30. August, veranstaltet das Dortmunder Antifa-Bündnis (DAB) einen Vortrag zum Thema “Volksgemeinschaft statt Kapitalismus – Zur sozialen Demagogie der Neonazis”. Weitere Infos undden Ankündigungstext findet Ihr hier. Bei dem Referenten handelt es sich um Dominik Clemens, Politikwissenschaftler an der Technischen Hochschule Aachen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Reinoldinum, Schwanenwall 34. Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe “Was geht mich das an?!” des DAB statt und wird in Kooperation mit dem Forum gegen Rassismus Campus Dortmund organisiert.

30.08. | 19:00 Uhr | Reinoldinum (Schwanenwall 34)

Anschlag auf die Räumlichkeiten des AStA der TU Dortmund

In der Nacht auf Mittwoch, den 24. August verübten Unbekannte einen Anschlag auf die Räume des AStA der Technischen Universität Dortmund in der Emil-Figge-Straße 50. Eine Scheibe ging zu Bruch und es wurden mehrere Farbbeutel gegen die Fensterscheiben geworfen.

Am Donnerstag, dem 25. August findet in eben diesen Räumlichkeiten eine Informationsveranstaltung in Kooperation mit dem Alerta!-Bündnis statt. Die Veranstaltung soll über die Gegenaktivitäten zum sogenannten Nationalen Antikriegstag am 3. September informieren, zu dem die Dortmunder Neonazis dieses Jahr zum siebten mal mobilisieren.
Bereits vor fast genau einem Jahr, in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli 2010 wurden die Räume des AStA der TU Dortmund auf ähnliche Art und Weise angegriffen. Unbekannte warfen Scheiben mit Steinen ein. Einen Tag später, am 29.07.2010 fand die Informationsveranstaltung zu den Gegenaktivitäten zum sechsten sogenannten Nationalen Antikriegstag dort statt.

Stefanie Gomez vom Forum gegen Rassismus zu den Angriffen: „ Wer da noch an einen Zufall glaubt, will die Realität in Dortmund nicht wahr haben. Dieser Anschlag reiht sich ein in eine lange Liste von rechten Übergriffen, die gerade in den letzten Wochen, also im Vorfeld vom 3. September, erschreckend zugenommen haben.“




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