Rechte Gewalt unmöglich machen – Demo 31.3.

Wir unterstützen den Aufruf des Dortmunder Antifa-Bündnisses zur Demo gegen rechte Gewalt. Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf des Bündnisses.

31.03.2012 | 11:00 Uhr | S-Bahn Universität

Am 31. März findet in Dortmund eine Demonstration gegen rechte Gewalt statt. Wir wollen in diesem Zusammenhang auf die Aktualität und die Dimensionen rechter Gewalt hinweisen und die tiefe Verankerung rechter Ideologien in der Gesellschaft thematisieren. Darüber hinaus wollen wir mit dieser Demonstration auch das Ignorieren und Verleugnen von Phänomenen und Ausprägungen (alltäglicher) rechter Gewalt in den Fokus rücken sowie an die Opfer dieser Gewalt erinnern. Die Demonstration wird im Stadtteil Dortmund-Dorstfeld stattfinden. Dort wohnen viele der Neonazis, die seit Jahren in Dortmund für eine Welle rechter Gewalttaten verantwortlich zeichnen. Anlass ist der siebte Todestag des Punks Thomas Schulz, der im Jahr 2005 von einem Neonazi erstochen wurde.

Rechte Gewalt? In Deutschland alltäglich!
Seit 1990 hat die Eskalation rechter Gewalt in Deutschland mindestens 182 Todesopfer gefordert. Sie wurden ermordet – teilweise von organisierten Neonazis, teilweise von Menschen mit einem diffusen rechten Weltbild. Die Zahl der Verletzten und Traumatisierten wird in keiner Statistik erfasst.

Im November 2011 wurde klar, dass neben den bereits bekannten Morden über ein Jahrzehnt lang eine neonazistische Gruppe namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) – unterstützt und gedeckt vom Verfassungsschutz – mordend durch das Land gezogen ist. Dabei geht rechte Gewalt, sei sie physisch oder psychisch, nicht allein von Neonazis aus. Die Täter_innen sind nur allzu oft Menschen aus der Mitte der Gesellschaft: Polizist_innen, die die ihnen verliehene Macht für rassistische Übergriffe nutzen oder Familienväter, die am Wochenende vermeintliche oder tatsächliche Schwule anpöbeln – sie sind genauso Teil des Problems.

Dortmund als Brennpunkt
Gewalttaten mit rechtem Hintergrund sorgen auch in Dortmund immer wieder für Aufsehen. Fünf Menschen wurden seit dem Jahr 2000 getötet; Medien berichten über erschütternde Übergriffe, wie den Überfall auf die Kneipe Hirsch-Q, den Angriff auf eine Demonstration des DGB am 1. Mai 2009, oder die Morde an einem Kioskbesitzer, einem Punk und drei Polizist_innen. Zahlreiche weitere Vorfälle blieben lediglich Randnotizen in der lokalen Presse oder wurden schlicht verschwiegen.

Betroffen von rechter Gewalt sind Menschen quer durch die Gesellschaft. Die Übergriffe treffen Bürger_innen, die sich gegen Nazis aussprechen, genauso wie autonome Antifaschist_innen. Menschen, die von Nazis als Ausländer betrachtet werden, sind ebenso betroffen wie diejenigen, die sich im Falle von Pöbeleien und Übergriffen solidarisch zeigen. Die Neonazis gehen mit Gewalt gegen diejenigen vor, die ihnen und ihren Plänen im Weg stehen.

Der gewalttätige Aktionismus de Neonazis schien die Offiziellen der Stadt Dortmund lange Zeit wenig zu kümmern. Erst nachdem auch vereinzelt die „Mitte der Gesellschaft“ – wie Personen und Einrichtungen von SPD, Grünen und Gewerkschaften – angegriffen wurden, begann eine Sensibilisierung und die Entwicklung eines Problembewusstseins in Bezug auf das Agieren der hiesigen rechten Szene.

Gewalt als Kernelement rechter Ideologien
Die physische Vernichtung der so genannten Volksfeinde ist ein fester Bestandteil der rechten Ideologie. Die Neonazis streben eine nach rassistischen Kriterien konstruierte „reine Volksgemeinschaft“ an. Diejenigen, die in diese „Volksgemeinschaft“ nicht hineinpassen, sei es aufgrund rassistischer Zuschreibungen, oder weil sie den politischen Vorstellungen ihrer Angreifer_innen nicht entsprechen wollen, werden zum Ziel der rechten Gewalttäter_innen. Auf sie projizieren die Neonazis, aber auch die zahlreichen bürgerlichen Rassist_innen, die Probleme der Gesellschaft. Sind sie als Träger_innen der gesellschaftlichen Missstände identifiziert, schreiten die Rassist_innen zur Tat: Die „Bekämpfung“ der Probleme, durch physische und psychische Gewalt bis hin zur Vernichtung ihrer „Träger“.

In diesem Zusammenhang kann es nicht verwundern, dass es zu dem Mord des NSU an Mehmet Kubaşık, einem ehemaligen Kioskbesitzer in der Dortmunder Nordstadt, nie ein Bekennerschreiben gab. Ziel der Neonazis ist es nicht, ein Symbol zu setzen, ihnen genügt es völlig, dass ein identifizierter „Volksfeind“ tot ist. Der Tatort auf der Mallinckrodtstraße wurde dabei sicher nicht zufällig gewählt und die Tat geschah nicht in einem luftleeren Raum. Recherchen des Spiegel legen nahe, dass die NSU-Gruppe besonders „nicht arische Männer im zeugungsfähigen Alter“ als Opfer aussuchte.

Konzept: National befreite Zonen
Die Neonazis verfolgen das Konzept der so genannten National befreiten Zonen. Sie versuchen durch gewalttätiges und einschüchterndes Auftreten Gebiete zu schaffen, in denen sie keine Gegenwehr zu befürchten haben. Sie streben einen Zustand an, in dem sie Widerstand gegen ihre Anwesenheit und Protest gegen ihre menschenverachtende Politik mit Gewalt unterbinden können. Durch die Inszenierung ihrer Dominanz und die gezielte Terrorisierung von Gegner_innen wollen sie die Äußerung von abweichenden Meinungen schon im Vorhinein verhindern.

Rechte Gewalt aus der Mitte der Gesellschaft
Diese Gewalt hat Wurzeln bis tief in die Mitte der Gesellschaft hinein. Studien zeigen, dass ein nicht geringer Teil der Bevölkerung rechtes Gedankengut verinnerlicht hat und nach außen hin vertritt. Auf den Schulhöfen und in den Kneipen dieser Stadt gilt „schwul“ als Schimpfwort. Am Dortmunder Hauptbahnhof machen Polizist_innen Jagd auf vermeintliche Obdachlose und „Ausländer“. In der Nordstadt hetzen SPD, CDU, Polizei und Ordnungsamt gemeinsam gegen Armutsflüchtlinge aus Osteuropa.

Dieses Klima spiegelt sich auch in der Gesetzgebung wider. Die Gesetze gegen Homosexualität, einst von den Nationalsozialist_innen erlassen, wurden erst 1994 endgültig aufgehoben. Für Menschen ohne deutschen oder europäischen Pass gelten bis heute zahlreiche Sondergesetze, so etwa vielerorts die Pflicht, sich in einem bestimmten Landkreis aufzuhalten oder in lagerähnlichen Sammelunterkünften zu wohnen.

Antifaschistische Initiativen sind seit Jahren einem verstärkten Druck aus der Politik ausgesetzt. Mit Hilfe der Extremismustheorie wird versucht, rechte und linke politische Theorie und Politik gleichzusetzen. Ohne sich um politische Zielsetzungen zu scheren, wird an beiden Seiten eine Gegnerschaft zu den herrschenden Verhältnissen ausgemacht, die gleichermaßen zu bekämpfen sei. Diese Begriffslosigkeit führt zu einer Verschleierung der Tatsachen. Wenn rechte Gewalt nur noch als „Extremismus“ diskutiert wird, fällt eine Auseinandersetzung mit den eigentlichen Ursachen weg.

In einem solchen politischen Klima können die Gewalttäter_innen mit Recht annehmen, dass sie einen nicht geringen Teil der Gesellschaft hinter sich haben. Empörung rufen sie hauptsächlich dann hervor, wenn sie das staatliche Gewaltmonopol missachten und selber Hand anlegen. Die Ansicht, es gäbe in Deutschland „…zu viele Ausländer“ wird jedoch millionenfach geteilt.

Polizei – kein „Freund und Helfer“
Von Polizei und Justiz sollten sich die Betroffenen nicht zu viel erhoffen. Die Vergangenheit zeigt, dass rechte Täter_innen in Dortmund selten ermittelt und noch seltener zur Verantwortung gezogen werden. Im Falle des Überfalls auf die Hirsch-Q am 12. Dezember 2010 kam überhaupt erst Bewegung in die Ermittlung, als Antifaschist_innen ein Überwachungsvideo des Vorfalls auswerteten und in akribischer Kleinarbeit die begangenen Straftaten aufzeigten sowie mehrere Täter_innen identifizierten. Zu diesem Zeitpunkt, immerhin sechs Monate nachdem die Ermittlungsbehörden das Video erhalten hatten, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft, es gäbe keine Zeug_innen und keine für eine Verurteilung hinreichenden Beweise für Straftaten. Ebenso sei eine Identifizierung der beteiligten Neonazi-Skins nur schwer möglich.

Die Polizei betreibt im Umgang mit Vorfällen rechter Gewalt eine Gleichsetzung der Betroffenen mit den Täter_innen. Berichte in der Polizeipresse behaupten nur allzu häufig eine „Auseinandersetzung zwischen Rechten und Linken“. Hier wird den Betroffenen eine Mitschuld an der gegen sie gerichteten Gewalt angedichtet, sie werden zu potentiell Tatverdächtigen. Auch bei den Morden des NSU wurde dies deutlich. Anstatt die Möglichkeit eines rassistischen Motivs in Erwägung zu ziehen, spekulierten die Ermittler_innen über Verwicklungen der Ermordeten in angebliche „kriminelle migrantische Milieus“.

Und jetzt?
Wichtig ist es, den antifaschistischen Selbstschutz zu organisieren. Möglichkeiten dazu gibt es genug. Durch Outings werden Neonazis in die Öffentlichkeit gebracht und bekannt gemacht, um ihre Identifizierung im Fall von Übergriffen zu ermöglichen. In der Vergangenheit ist es mehr als einmal gelungen, durch entschlossenes und gemeinsames Handeln Angriffe von Neonazis zurück zuschlagen. Größten Respekt haben wir vor denen, die aufstehen und Courage zeigen, wenn Menschen von Neonazis bedrängt werden. Wir wollen daher mit unserer Demonstration zum Handeln gegen rechte Gewalt und rechte Gewalttäter_innen aufrufen!

Auch die Notwendigkeit der Solidarität mit den Betroffenen gilt es hervorzuheben. Mit den Folgen rechter Gewalt darf niemand alleine gelassen werden. Es ist auch eine Aufgabe der Gesellschaft, den Menschen den Rücken zu stärken. Ein begrüßenswerter Schritt in diese Richtung ist der Start der Opferberatung Back Up, die hoffentlich ihren Beitrag zur Unterstützung der Betroffenen leisten wird. Wir demonstrieren, um auf die Opfer rechter Gewalt aufmerksam zu machen und unsere Solidarität öffentlich zu erklären!

Gegen rechte Ideologie muss vorgegangen werden. Ob in Behörden, am Stammtisch oder in der Schule: rechtes Gedankengut durchdringt weite Teile der Gesellschaft. Wir demonstrieren gegen ein gesellschaftliches Klima, das rechte Gewalt hervorbringt.

Ihr habt ihnen Rosen auf den Weg gestreut!

Wir fordern:

Lückenlose Aufklärung aller rechten Gewalttaten in Dortmund!

Ende der Zusammenarbeit mit Neonazis. Kein Geld, keine Räume für die rechten Schläger_innen!

Ersatzlose Schließung aller Einrichtungen des Verfassungsschutzes!

Schluss mit der Verharmlosung rechter Gewalt. Die Verdachtshaltung gegen die Opfer durch Polizei und Justiz muss ein Ende haben!

Organisiert den antifaschistischen Widerstand. Gegen Nazis und ihre Helfer_innen in Staat und Gesellschaft!

„Deutschland, verrecke. Verrecke, auf der Stelle, sofort“ (R.D. Brinkmann, „Rom,Blicke“)

Veranstaltung am 20.03.: Mit Bomberjacke und Glatze. “Die Skinhead-Front Dortmund–Dorstfeld”

Am Dienstag, den 20. März 2012, findet im Rahmen der Mobilisierung zur Antifa-Demo am 31.03. und der antifaschistischen und gesellschaftskritischen Vortragsreihe „WAS GEHT MICH DAS AN!?“ die nächste Veranstaltung statt.
Der Vortrag beginnt wie gewohnt um 19:30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus.

Immer wieder fällt die “Skinhead-Front Dortmund-Dorstfeld” durch gewalttätige Aktionen auf. Zuletzt griffen Mitglieder der Gruppe die Kneipe Hirsch-Q an und fügten dabei einem Gast Stichwunden zu. Der rechte Mörder Sven Kahlin, der im Jahre 2005 einen Punk erstach, ist ebenfalls Mitglied der “Skinhead-Front”. Im Gegensatz zu den modischen Ausprägungen der “Autonomen Nationalisten” tritt die Gruppe noch im klassischen Naziskin-Outfit auf. Dennoch ist die “Skinhead-Front” ein fester und nicht zu unterschätzender Bestandteil der Dortmunder Neonaziszene. Der Fokus antifaschistischer Interventionen konzentrierte sich trozdem bisher meist auf die Nazis des „NW Dortmund“ – obwohl rechte Gewalt in der letzten Zeit überwiegend von der Skinhead-Front ausging.

Deshalb soll der Vortrag einen Einblick in die Strukturen dieser Gruppe geben und über ihre Entwicklung und Akteure informieren. Die Route der antifaschistischen Demonstration am 31. März in Dortmund-Dorstfeld wird auch an den Wohnorten der in Oberdorstfeld ansässigen Naziskins vorbeiführen. Die Veranstaltung stellt somit zugleich eine Informationsveranstaltung für die kommende Demonstration dar.

20.03.2012 | 19:30 Uhr | Dietrich-Keuning-Haus

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Stadtrundgang: Auf den Spuren der Edelweißpiraten

Edelweißpiraten – so nannten sich in den dreißiger und vierziger Jahren Gruppen von Jugendlichen, die gegen die Nazis standen und sich vorwiegend gegen die Hitlerjugend organisiert haben.. Sie organisierten sich in Dortmund, aber auch im Ruhrgebiet und im Bergischen Land und trugen häufig unter dem Hemdenkragen das aus Horn geschnitzte Edelweiß. In Dortmund nannten sich die Edelweißpiraten „Latscher“. Viele ihrer Mitglieder haben Zwangsarbeitern geholfen, Flugblätter gedruckt und sie komponierten Lieder gegen die Nazis.
Nach dem Stadtrundgang werden wir noch Gelegenheit haben, die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache zu besuchen.

10.03.2012 | 10:45 Uhr | vor der Hauptpost hinterm Dortmunder Hauptbahnhof

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Veranstaltung am 28.02: Nazis im Knast: Wegsperren – und gut is?!

Am Dienstag, dem 28.02.2012, lädt das Dortmunder Antifa-Bündnis zusammen mit dem Forum gegen Rassismus Campus Dortmund im Rahmen der Vortragsreihe „Was geht mich das an!?“ und der Mobilisierung zur antifaschistischen Demonstration gegen rechte Gewalt am 31.03.2012 in Dortmund, zur Veranstaltung „Nazis im Knast – Wegsperren und gut is`?“ mit der Referentin Heike Kleffner ein. Neben dem Vortrag mit anschließender Diskussion gibt es für Interessierte Flyer und Plakate zur Mobilisierung für die bevorstehende Demonstration. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Dietrich-Keuning-Haus.

28.02.2012 | 19:30 Uhr | Dietrich-Keuning-Haus

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Audiobeiträge über Dortmunder Nazis und NSU

Am 17.01. fand die Veranstaltung „Kein 10. Opfer!“ des Forum gegen Rassismus statt. Das Antifa Medienzentrum bietet nun einen Mitschnitt des dort gehaltenen Vortrags im freien Radio an.

Vom 23.01. bis 26.01. sendete das Campusradio eldoradio* einige interessante Beiträge über die Dortmunder Naziszene. Eine Übersicht über diese Beiträge findet ihr auf der Internetseite der Antifa Union Dortmund.

Stellungnahme des FGR zum Projekt „Dortmund den Dortmundern“

Aus der letzten Ausgabe der „Lotta“ (Antifaschistische Zeitung aus NRW, Hessen und Rheinland Pfalz) haben wir erfahren, dass es in Dortmund bald ein aus Bundesmitteln finanziertes Projekt mit dem skurrilen Namen „Dortmund den Dortmundern“ geben soll.
Wir sind entsetzt über das Projektvorhaben und die Kooperation bzw. mögliche Beteiligung, insbesondere der Stadt Dortmund – Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, sowie des Jugendrings Dortmund. Diese unterstützen uns zur Zeit bei der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“.
Wir lehnen die Einbeziehung von Neonazis an jeglichen Projekten und Aktionen, die über Nazis aufklären sollen und rechtes Gedankengut bekämpfen wollen, grundsätzlich ab. Es ist aus unserer Sicht unverantwortlich, geschulte Nazikader gegen Jugendliche antreten zu lassen und ihnen eine Plattform zur Verbreitung ihrer menschenverachtenden Ideologie zu bieten. Außerdem ist es absolut inakzeptabel, Nazis als gleichberechtigte „Spielpartner_innen“ zu akzeptieren, wie es in dem Projektantrag des Trägers „multilateral academy“ beabsichtigt zu sein scheint.
Wir möchten uns hiermit von einem solchen Umgang mit Nazis deutlich distanzieren und fordern die Kooperationspartner_innen des Projekts zu einer Stellungnahme bezüglich dessen und im Zweifelsfall zu einem Rückzug aus dem Projekt auf.

Audio-Begleitung zur Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Begleitend zu der Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ wurden mit Unterstützung der Doris Wuppermann Stiftung, der Stiftung :do und der Rosa Luxemburg Stiftung Audiofeatures realisiert. Diese erläutern weitere Hintergründe zum Thema der Ausstellung.

Die Audioguides sind Teil der Ausstellung und stammen von deren Internetseite: www.opfer-rechter-gewalt.de

Begleitende Veranstaltungen zur Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“

Rechte Gewalt in Dortmund
10.01.2012 | 18Uhr | Reinoldinum (Schwanenwall 34)
Inhaltliche Eröffnungsveranstaltung mit ReferentInnen des Dortmunder Antifabündnis (DAB)

Gerade die aktuelle Debatte um die Morde des NSU zeigt einmal mehr, wie wichtig antifaschistische Aufklärung über rechte Strukturen und rechte Gewalt ist. Der Vortrag setzt sich mit den Neonazistrukturen in Dortmund, den unterschiedlichen Formen rechter Gewalt und dem Umgang der Dortmunder Polizei und Justiz damit auseinander.

Kein 10. Opfer!
17.01.2012 | 19:30Uhr | Dietrich-Keuning-Haus
“Nationalsozialistischer Untergrund”, Rechtsterror und die Rolle des Staates

“Die politischen Ziele der Neonazis sind in ihrem Kern immer verbunden mit Gewalt, Terror und Vernichtung. Dem Terror des historischen NS kam die Aufgabe zu, politische und “rassische” GegnerInnen auszuschalten oder zu vernichten. Ähnlich agiert der neonazistische “Nationale
Widerstand” heute, wenn er sich Platz auf der Straße oder in den Kommunen verschaffen will: Er nimmt die “Volksfeinde ins Visier” und droht ihnen mit dem Tod. Oder ermordet sie sogar.
Bei der Suche nach einer Antwort darauf, warum die Neonazigruppe “Nationalsozialistischer Untergrund” (NSU) den Weg in den bewaffneten Untergrund genommen hat, muss sich mit ihrem Ausgangsort beschäftigt sowie das politische Milieu und damit ihr geistiger und aktionistischer Erfahrungsraum in den 1990er Jahren beschrieben werden. Dass die staatlichen Behörden die Existenz dieser terroristischen Gruppierung jahrelang nicht aufgedeckt haben, liegt schließlich auch in der unzureichenden behördlichen Analyse dessen, was eine neonationalsozialistische Bewegung und ihr gewalttätiges Potenzial ausmacht. Der Vortrag wird sowohl den historischen als auch den aktuellen politischen Kontext des “Rechtsterrorismus” beleuchten und die inhaltlichen Entwicklungslinien aufzeigen. Es soll versucht werden, auf einige der vielen offenen Fragen rund um den Komplex “NSU” Antworten zu geben, obwohl sehr viele der öffentlich bekannten Erkenntnisse widersprüchlich sind und immer noch mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten.“

Veranstalter sind das Dortmunder Antifa-Bündnis und das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Antirassistisches Bildungsforum Rheinland (ABR) mit ReferentInnen des apabiz statt.

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Ausstellung „Opfer rechter Gewalt“ im Januar in Dortmund

Die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt seit 1990 in Deutschland“ des Vereins Opferperspektive e.V. wird vom 11. bis zum 28. Januar in Dortmund zu sehen sein. Veranstalter der Ausstellung in Dortmund ist das Forum gegen Rassismus Campus Dortmund (FgR) und der Ausstellungsort ist die Petrikirche in der Innenstadt.

Die Ausstellung porträtiert 156 Menschen, die rechter Gewalt von 1990 bis 2010 zum Opfer fielen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild von Rechten kein Platz ist; manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen. Einige Schicksale bewegten die Öffentlichkeit, viele wurden kaum zur Kenntnis genommen, vergessen sind die meisten. Die Ausstellung ruft diese Menschen in Erinnerung.

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Filmvorführung: Das braune Chamäleon

Die Erscheinungsform von der extremen Rechten hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Neonazis wie die »Autonomen Nationalist_innen« sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden von den Angehörigen linker Subkulturen. Rechtspopulist_innen wie die Mitglieder der »Pro-Bewegung« versuchen, sich bürgernah zu geben. Der Film beschreibt diese Strömungen aus verschiedenen Blickwinkeln:

  • Hans-Peter Kilgus vom NS-Dokumentationszentrum Köln beschreibt Ausprägungen der rechten Szene.
  • Matthias Adrian war Funktionär bei der NPD, distanzierte sich aber nach und nach von der extrem rechten Ideologie. Er berichtet von seinen Erlebnissen als organisierter Neonazi.
  • Andreas ist als 11jähriger zu einer Gruppe Rechtsradikaler gestoßen. Er beschreibt, welchen Reiz sie auf ihn ausübte.
  • Schüler_innen und Lehrer_innen berichten über den Umgang mit dem Thema extreme Rechte an der Schule.
  • Veranstaltungen von »Pro-NRW« und »Autonomen Nationalist_innen« sowie Gegenkundgebungen werden dokumentiert.

Außerdem behandelt der Film die Frage, welche Möglichkeiten des Widerstandes möglich und sinnvoll sind.
Das braune Chamäleon (2010, 90 Min., freigegeben ab 12 Jahren) ist eine Produktion des Medienprojekts Wuppertal (www.medienprojekt-wuppertal.de).

29.11.2011 | 18 Uhr | AStA-Seminarraum (Raum 0.437, Emil-Figge-Str. 50)

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